Unser Fokus ist Qualität

Optimale Diagnostik und Therapie von Parodontalerkrankungen

In der Mundhöhle kommen über 800 verschiedene Bakterienarten vor. Die meisten von ihnen sind apathogen, einige jedoch lösen parodontalpathologische Prozesse aus. Bei der Parodontitis, ausgelöst durch bakterielle Plaque, kommt es in den Zahnfleischtaschen zu einer Verschiebung hin zu vorwiegend gramnegativen Anaerobiern.

Bei Implantatträgern tritt die Periimplantitis auf. Sie ähnelt der Parodontitis in Pathogenese und Symptomatik.

Carpegen Perio® Diagnostik erfasst die wichtigsten Leitkeime der Parodontitis und Periimplantitis zuverlässig und standardisiert. Damit stellt der Test die Basis für wichtige Therapieentscheidungen dar. Darüber hinaus dient die mikrobiologische Diagnostik der Verlaufskontrolle und Dokumentation der sachgerechten Therapie.

Informieren Sie sich auf diesen Seiten umfassend über Produktleistung, Einsatz bei der Parodontaltherapie, Technologie und Qualität von Carpegen® Perio Diagnostik.

In aller Kürze

    • Real-Time-PCR
    • Bestimmung von
      6 Markerkeimen
    • DNA-Nachweis
    • Bestimmung der Gesamtkeimzahl
    • Genaue Quantifizierung
    • Individuelle Therapieempfehlungen
    • Ergebnisse in 1 bis 2 Tagen
    • Ergebnisse vorab per E-Mail oder Fax

Unsere Leistungen

Vorteile der Parodontitis Markerkeim Diagnostik

Die Erhebung klassischer klinischer Befunde, wie Sondierungstiefe, Attachmentverlust und Sondierungsbluten, ermöglicht nur eine eingeschränkte Prognose und zeigt Risikostellen erst, wenn schon weitgehend irreversible Gewebeschäden eingetreten sind.

Darüber hinaus erlauben die klassischen klinischen Parameter keine Vorhersage über die Notwendigkeit und Art einer geeigneten unterstützenden antibiotischen Therapie.

Ein Verzicht auf die mikrobiologische Diagnostik birgt daher Gefahren für die Patienten durch fehlerhafte Therapieentscheidungen: Auf der einen Seite muss eine „Übertherapie“ mit antibiotischen Substanzen, die gar nicht erforderlich sind, vermieden werden, da dies neben der unnötigen Belastung der Patienten auch die Entstehung von gefährlichen Resistenzen begünstigt.

Auf der anderen Seite zeigt die mikrobiologische Diagnostik an, wann auf eine antibiotische Therapie nicht verzichtet werden sollte, da die rein mechanische Parodontalbehandlung die betreffenden Erreger nicht vollständig eliminieren kann. Auch das am besten wirkende Antibiotikum wird durch die mikrobiologische Diagnostik zuverlässig vorhergesagt.

Durch zuverlässige mikrobiologische Diagnostik können nicht nur Risikostellen erkannt und Therapieentscheidungen getroffen und abgesichert werden. Auch in der Reevaluationsphase dient sie der Verlaufskontrolle und der Dokumentation einer sachgerechten und verantwortungsvollen Therapie. Eine Abklärung des Keimspektrums vor Implantationen oder bei periimplantären Infektionen ist Voraussetzung für eine zuverlässige Minimierung des Risikos eines Implantatverlusts.

 

Parodontitis Markerkeim Diagnostik mit Carpegen® Perio Diagnostik

  • besitzt einen hohen prognostischen Wert.
  • dient der Planung einer geeigneten Behandlungsstrategie.
  • ermöglicht eine zielgerichtete antibiotische Therapie.
  • erlaubt die Erfolgskontrolle der Parodontalbehandlung.
  • bietet größtmögliche Sicherheit, auch bei kostenintensiven Eingriffen.

Als sichere Entscheidungshilfe für die Parodontaltherapie trägt der Einsatz von Carpegen® Perio Diagnostik dazu bei, die Parodontalbehandlung Ihrer Patienten effizient zu gestalten und das Risiko von Rezidiven und Implantatverlusten zu minimieren.

Produktleistungen von Carpegen® Perio Diagnostik

Real-Time-PCR für die quantitative Keimbestimmung von 6 Markerkeimen der Parodontitis und Periimplantitis sowie der Gesamtkeimzahl
Die Keimbestimmung mit Carpegen® Perio Diagnostik wird in den folgenden Fällen erfolgreich eingesetzt:

  • als Entscheidungshilfe für die Planung der Parodontalbehandlung

  • zur Kontrolle des Behandlungserfolgs für eine patientenorientierte Therapie

  • zur Risikoeinschätzung vor implantologischer, prothetischer und orthodontischer Behandlung

  • zur Dokumentation einer verantwortungsvollen und sachgerechten Therapie (auch im Falle von Rezidiven bzw. Implantatverlust)

Die Produkteigenschaften von Carpegen® Perio Diagnostik gewährleisten die Erfüllung der Ansprüche an eine moderne mikrobiologische Testmethode:

Innovative Real-Time-PCR

Der validierte Carpegen® Perio Diagnostik-Test basiert auf dem aktuell modernsten molekulardiagnostischen Verfahren Real-Time-PCR und garantiert im Gegensatz zu älteren Labormethoden 100% Ergebnissicherheit.

Hohe Spezifität und Sensitivität

Mit Carpegen® Perio Diagnostik werden ausschließlich pathogene Erreger nachgewiesen. Durch die Verwendung einer hochspezifischen und validierten Technologie ist der Nachweis artverwandter, aber nicht pathogener Keime ausgeschlossen.

Der Keimtest Carpegen® Perio Diagnostik zeichnet sich durch höchste Sensitivität mit definierter Nachweisgrenze (= 100 Bakterienzellen) aus. Dadurch gewährleistet der Test auch bei erschwerter Probenentnahme, wie z.B. bei blutenden oder eiternden Parodontaltaschen, sichere Ergebnisse.

Durch den Nachweis des stabilen Zielmoleküls DNA sind darüber hinaus falsch negative Ergebnisse durch Abbau des Probenmaterials ausgeschlossen.

Keimspektrum

Die sechs wichtigsten Markerkeime der Parodontitis und Periimplantitis werden quantitativ und spezifisch erfasst:

  • Aggregatibacter actinomycetemcomitans

  • Porphyromonas gingivalis

  • Tannerella forsythia

  • Treponema denticola

  • Fusobacterium nucleatum ssp.

  • Prevotella intermedia

Damit erfasst Carpegen® Perio Diagnostik die Bakterienarten, die bei 99,8% aller Parodontalerkrankungen vorkommen.

Darüber hinaus wird die Gesamtkeimzahl aller in der Probe vorhandenen Bakterien ermittelt, so dass der Anteil der pathogenen Erreger bestimmt werden kann.

Exakte Quantifizierung und Relation Gesamtkeimzahl

Die mit Carpegen® Perio Diagnostik erzielte genaue Quantifizierung der Parodontalkeime ermöglicht zusammen mit der Bestimmung der Gesamtkeimzahl die eindeutige Beurteilung der mikrobiologischen Situation vor und nach der Behandlung.

Dabei stellt die Gesamtkeimzahl eine unverzichtbare Bezugsgröße* dar, die standardisierte und damit vergleichbare Ergebnisse und echte Verlaufskontrollen sowie zuverlässige Therapieempfehlungen ermöglicht.

* Neutralisierung unvermeidlicher Schwankungen bei der Probenentnahme

Kontrollierte Qualität und Automation

Die bei Carpegen® Perio Diagnostik eingesetzte Real-Time-PCR-Technologie bietet unvergleichliche Möglichkeiten zur Automatisierung und Kontrolle der gesamten Analyse. Jede einzelne Reaktion wird auf ihre korrekte Effizienz kontrolliert. In Kombination mit internen Kontrollen können so falsch negative oder nach unten abweichende Ergebnisse ausgeschlossen werden.

Die eindeutige Zuordnung der Patientenproben erfolgt durch die Vergabe von Barcodes, die von den verwendeten Laborgeräten bis zur Erstellung des Ergebnisberichts automatisch verarbeitet werden. Ein manuelles Eingreifen in den hoch automatisierten Prozess ist an keiner Stelle erforderlich.

Ergebnisbericht

Der Ergebnisbericht zu Carpegen® Perio Diagnostik liefert die sichere Entscheidungshilfe für eine optimale Parodontaltherapie. Gleichzeitig bietet der Ergebnisbericht eine ideale Voraussetzung für eine gelungene Patientenkommunikation und -motivation.

Die mit dem Testergebnis zugestellten patientenindividuellen Empfehlungen richten sich nach den mikrobiologischen Testergebnissen und basieren auf den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGP).

Der Ergebnisbericht steht innerhalb von 1-2 Tagen zur Verfügung und kann auf Wunsch auch vorab per E-Mail oder per Fax versendet werden.

Einsatz von Carpegen® Perio Diagnostik

Klinische Situationen für den Einsatz von Carpegen® Perio Diagnostik

Der Einsatz von Carpegen® Perio Diagnostik ist in den folgenden klinischen Situationen sinnvoll:

Bei der Planung der Parodontalbehandlung:

  • Bei Taschentiefen > 4-5 mm

  • Bei Taschen mit Pus

  • Zur Entscheidungshilfe bei der Therapiewahl (z.B. gezielte Auswahl des am besten geeigneten Antibiotikums)

  • Für den sensitiven Nachweis des therapieentscheidenden Schlüsselkeims Aggregatibacter actinomycetemcomitans

  • Zur Planungshilfe bei der Periimplantitisbehandlung

Zur Kontrolle des Behandlungserfolgs:

  • Nach Initialbehandlung

  • In der Erhaltungsphase (Recall)

  • Zum Nachweis von Reinfektionen

Zur Risikoeinschätzung vor:

  • Implantologie bei Parodontitis-Patienten

  • Prothetischer Behandlung von Parodontitis-Patienten

  • Orthodontischer Behandlung von Parodontitis-Patienten

Preise und Untersuchungsvarianten

Es können eine Poolprobe oder wahlweise bis zu vier Einzelstellen untersucht werden.

Das Entnahmeset von Carpegen® Perio Diagnostik enthält 5 sterile Papierspitzen für die Entnahme subgingivaler Plaqueproben zum einmaligen Gebrauch und die für den Probenversand benötigten Materialien. Die Abrechnungseinheit ist das Probenröhrchen (1 Röhrchen = 1 Laboranalyse).

Für eine Poolprobe erfolgt die Probenentnahme an zwei bis fünf verschiedenen Stellen (z.B. jeweils an der Stelle mit der größten Sondierungstiefe pro Quadrant) und die verwendeten Papierspitzen werden in einem Röhrchen gepoolt. Die Laboranalyse liefert so ein präzises Gesamtanalyse-Ergebnis für diese aus mehreren Stellen gepoolte Probe.

Für die separate Untersuchung von Einzelstellen stehen bis zu vier Probenröhrchen zur Verfügung. Die Probenentnahme erfolgt an bis zu vier Stellen und die verwendeten Papierspitzen werden in separate Röhrchen gegeben. Das Resultat der Laboruntersuchung ist eine detaillierte mikrobiologische Analyse für jede einzelne spezifische Lokalisation.

 

Carpegen® Perio Diagnostik Preise
Poolprobe: (gültig ab 01.07.2023)
1 Analyse von 1 Einzelstelle oder Poolprobe (von bis zu 5 Stellen) 89,00 Euro inkl. MwSt.
Einzelstellen-Analyse:
2 separate Analysen von 2 Einzelstellen
149,00 Euro inkl. MwSt.
3 separate Analysen von 3 Einzelstellen
166,00 Euro inkl. MwSt.
4 separate Analysen von 4 Einzelstellen 229,00 Euro inkl. MwSt.
Probenentnahme und Versand

Aufgrund der hohen Sensitivität von Carpegen® Perio Diagnostik stellen blutende oder eiternde Taschen keine Kontraindikation für die Probenentnahme dar.

Die Probenentnahme sollte nach einer ersten Vorbehandlung (Initialbehandlung) erfolgen. Die supragingivale Region sollte vor der Probenentnahme gereinigt werden, um die unspezifische Begleitflora zu reduzieren.

Die Papierspitzen mit den subgingivalen Plaqueproben werden in dem (den) mitgelieferten Probenröhrchen in der Originalverpackung von Carpegen® Perio Diagnostik an die Carpegen GmbH verschickt. Eine Frankierung des Rücksendeumschlags ist nicht erforderlich.

Die Testergebnisse von Carpegen® Perio Diagnostik erhalten Sie, zusammen mit einer individuellen, auf das Testergebnis abgestimmten Therapieempfehlung, innerhalb von 1 bis 2 Tagen nach Eingang der Probe(n) bei Carpegen.

Vorbehandlung

Die Vorbehandlung dient zur Herstellung hygienischer Verhältnisse. Die Einstellung und Sicherstellung einer einwandfreien häuslichen Oralhygiene durch den Patienten bietet eine wirksame Unterstützung zur Plaquekontrolle, da hierdurch das Plaquewachstum und vor allem die Plaquevitalität reduziert werden kann.

Parodontitistherapie

1. Konservative Parodontitistherapie

Ziel der Parodontitistherapie ist es, die pathogenen Bakterien zu eliminieren bzw. in ihrer Anzahl drastisch zu reduzieren. Die mechanische Infektionsbekämpfung (Scaling und Wurzelglättung) dient der Entfernung aller supra- und subgingivalen Biofilm- und Zahnsteinablagerungen.
Um eine Wiederbesiedlung bereits behandelter Parodontien durch pathogene Bakterien aus noch nicht behandelten Parodontien zu vermeiden, sollte die mechanische Infektionsbekämpfung der gesamten Dentition innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Zusätzlich erhält der Patient auf seine individuelle Situation angepasste Mundhygiene-Instruktionen.

2. Adjuvante (begleitende) Antibiotikatherapie

Bei schweren Parodontalerkrankungen kann eine adjuvante Antibiotikatherapie das Ergebnis der konservativen Parodontitistherapie verbessern(3, 6-9, 17, 20). Es sollte primär das Antibiotikum gewählt werden, das sich bei der vorliegenden Infektion in klinischen Studien als wirksam erwiesen hat (Tabelle 1).

Keimspektrum Antibiotikum
Aggregatibacter actinomycetemcomitans (A.a.) und evtl. andere Metronidazol und Amoxicillin
Porphyromonas gingivalis (P.g.), Tannerella forsythia (T.f.), Prevotella intermedia(P.i.) Metronidazol

Tabelle 1: Auswahl von Antibiotika bei vorliegendem Keimspektrum, basierend auf klinischen Studien(7, 9, 18, 20).

Die Antibiotikagabe (Dosierungsempfehlungen siehe Tabelle 3) sollte direkt nach Entfernung der supra- und subgingivalen Biofilm- und Zahnsteinablagerungen erfolgen und kann von einer kurzzeitigen Anwendung einer 0,2%-igen Chlorhexidin-Mundspülung begleitet werden.

Liegen Unverträglichkeiten gegen bestimmte Antibiotika vor, so sollten Alternativantibiotika verabreicht werden. Bei ungesicherter klinischer Datenlage sollten diejenigen Antibiotika ausgewählt werden, für die bei systemischer Gabe in der Gingivalflüssigkeit Wirkstoffkonzentrationen beschrieben wurden, die höher sind als die in vitro ermittelten minimalen Hemmkonzentrationen.

Keimspektrum* A.a. T.f. P.g. P.i. F.n.
Amoxicillin + + ++
Metronidazol ++ + + ++
Ciprofloxacin +
Doxycyclin +
Clindamycin ++
Metronidazol und Amoxicillin** + ++ ++ + ++
Metronidazol und Ciprofloxacin** + ++ + + ++

+ = 10faches der MHK90
++ = 100faches der MHK90
** = von Einzelwerten abgeleitet

Tabelle 2: Wirkstoffkonzentrationen verschiedener Antibiotika in der Gingivalfluüssigkeit nach systemischer Einnahme. Ausgedrückt als Vielfaches der minimalen Hemmkonzentration (MHK90; in vitro) gegen die verschiedenen parodontalpathogenen Keime(1, 4, 5, 10-16, 19).

* Mit Carpegen® Perio Diagnostik werden die Erreger Aggregatibacter actinomycetemcomitans (A.a.), Porphyromonas gingivalis (P.g.), Tannerella forsythia (T.f.), Treponema denticola (T.d.), Fusobacterium nucleatum (F.n.) und Prevotella intermedia (P.i.) identifiziert. Aufgrund der äußerst schwierigen Kultivierung sind für Treponema denticola keine MHK-Werte bekannt.

 

Antibiotikum Dosierung (Erwachsene) Dauer
Metronidazol 3 x 400 mg/Tag 7 Tage
Metronidazol und Amoxicillin (kombinierte Gabe) 3 x 400 mg/Tag
3 x 500 mg/Tag
7 Tage
7 Tage
Amoxicillin 3 x 500 mg/Tag 14 Tage
Metronidazol und Ciprofloxacin (kombinierte Gabe) 2 x 500 mg/Tag
2 x 250 mg/Tag
7 Tage
7 Tage
Ciprofloxacin 2 x 250 mg/Tag 10 Tage
Clindamycin 4 x 300 mg/Tag 7 Tage
Doxycyclin 1 x 200 mg/Tag dann
1 x 100 mg/Tag
1 Tag
18 Tage

Tabelle 3: Dosierungsempfehlungen für die Antibiotikatherapie bei Erwachsenen2. Bei Kindern sind die Dosierungen dem Körpergewicht anzupassen.

Bedeutung der Gesamtkeimzahl

Die Gesamtkeimzahl kann, je nach Art der Probenentnahme, um mehrere Größenordnungen schwanken. Für eine sachgerechte Therapie ist deshalb nicht nur die absolute Zahl pathogener Keime in der Probe entscheidend, sondern auch ihr Anteil an der Gesamtkeimzahl. Beispielsweise sind 10³ Keime Tannerella forsythia bei einer Gesamtzahl von 10⁸ Keimen in der Probe (entsprechend einem Anteil von 0,001% T.f.) mit mechanischer Therapie noch gut beherrschbar. Enthält die Probe aber eine Gesamtkeimzahl von 10⁵ Keimen (entsprechend 1% T.f. in der Probe), ist eine gezielte Antibiose anzuraten.

 

Sehr niedriger Pathogenanteil an der Gesamtkeimzahl: mechanische Therapie

 

Hoher Pathogenanteil an der Gesamtkeimzahl: antibiotische Therapie

Reevaluation

Eine klinische parodontale Befunderhebung sollte 4-6 Wochen nach der mechanischen Infektionsbekämpfung erneut durchgeführt werden, um den Behandlungserfolg festzustellen. Zur Beurteilung des mikrobiologischen Behandlungserfolges und als prognostisches Hilfsmittel zur Vermeidung von Rezidiven sollte ebenso ein erneuter Erregernachweis nach der antibiotischen Therapie erfolgen. Eine nicht ausreichende Reduktion der Erregerlast wird so frühzeitig erkannt, so dass entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.

Erhaltungstherapie

Für die Erhaltung des Langzeiterfolges ist eine unterstützende Parodontitistherapie unabdingbar. In 3- bis 6-monatigen Abständen (Recall) sollte neu akkumulierter supra- und subgingivaler Biofilm und Zahnstein entfernt werden. Remotivation und Reinstruktion des Patienten zur Durchführung einer adäquaten und wirkungsvollen Mundhygiene sind regelmäßig durchzuführen. Der Therapieerfolg sollte durch Erhebung eines parodontalen und ggf. mikrobiellen Befundes einmal im Jahr kontrolliert werden. Sollte sich zeigen, dass die Erkrankung weiterhin progredient ist, können weitere Antibiotikatherapien nach durchgeführtem Erregernachweis indiziert sein.

Literatur

Das Literaturverzeichnis zu den Hinweisen zur Therapie ist in unserer Ärzte-Informationsbroschüre enthalten, die Sie mit unserem Bestellformular anfordern können.

Technologie

Absolute Ergebnissicherheit in der Parodontaldiagnostik mit dem
validierten Carpegen® Perio Diagnostik-Test

Bei Carpegen®  Perio Diagnostik handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Polymerase-Kettenreaktion (PCR):

Bei der PCR werden bestimmte Gensequenzen so oft vervielfältigt bis bestimmbare Mengen des gentragenden Materials eines Krankheitserregers vorliegen. Die Menge des Ausgangsmaterials kann jedoch nur grob abgeschätzt werden. Die Real-Time-PCR ermöglicht dagegen mithilfe von Fluoreszenzmessungen eine genaue Quantifizierung der DNA sowie eine vollständig automatisierte Analyse, die Fehler oder Fehlinterpretationen ausschließt. Zusammen mit der hohen Sensitivität und Spezifität sind dies die entscheidenden Vorteile der Real-Time-PCR gegenüber allen anderen verfügbaren Testverfahren.

Dementsprechend zeichnet sich Carpegen® Perio Diagnostik durch eine sehr hohe Spezifität und höchste Sensitivität mit fest definierter und sehr niedriger Nachweisgrenze von 100 Bakterienzellen pro Erregertyp aus. Carpegen® Perio Diagnostik quantifiziert zusätzlich die Gesamtzahl der vorhandenen Bakterien. Dies ermöglicht die entscheidende Angabe der relativen Anteile der einzelnen Keime an der Gesamtkeimzahl. Damit wird die Probenentnahme, die in der mikrobiologischen Parodontitisdiagnostik die größte Fehlerquelle darstellt, standardisiert und nivelliert. Zudem können Therapieeffekte und -verläufe exakt abgebildet werden. Die vollständige Automatisierung des Verfahrens gewährleistet höchste Objektivität.

Das Resultat sind zuverlässige, individuelle Therapieempfehlungen.

Unterschied Konventionelle PCR und
Real-Time-PCR: Die Messung bei der
Real-Time-PCR erfolgt in der exponentiellen Phase; die PCR misst erst am Ende des Vervielfältigungsprozesses

Qualität – Studienlage

Diagnostikqualität entscheidet.

N

Carpegen ist ein nach internationalen Standards zertifiziertes Unternehmen

Wir verfügen über ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem gemäß DIN EN ISO 9001:2008, das alle Leistungen sowie den Forschungs- und Entwicklungsbereich mit einschließt.

N

Carpegen ist ein Unternehmen mit höchsten Qualitätsansprüchen

Wir legen besonderen Wert auf gesicherte wissenschaftliche Grundlagen und eine fundierte Validierung. Dementsprechend sind unsere Testsysteme standardisiert und liefern zuverlässige und reproduzierbare Ergebnisse. Sie werden daher bevorzugt auch in klinischen Studien eingesetzt und von Professoren und Klinikern empfohlen.

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Carpegen® Perio Diagnostik ist gemäß der europäischen Richtline 98/79/EC für In-vitro-Diagnostika CE-zertifiziert.

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Der Zahnmedizin Report hat in einer unabhängigen Bewertung den Carpegen® Perio Diagnostik-Test einschließlich der gesamten Handhabung und des Ergebnisberichtes mit "sehr gut" bewertet.

Unabhängige Studien(1, 2, 3, 4, 5) belegen die qualitative Marktführerschaft von Carpegen® Perio Diagnostik.

1) Untch, M. / Schlagenhauf, U.: Clin Oral Investig., 2015 Nov;19(8), 2045-52
2) Jervoe-Storm et. al.: Journal of Clinical Periodontology, 2005, Vol. 32, 778-783
3) Verner et. al.: Oral Microbiology Immunology, 2006, Vol. 21, 341-346
4) Wegener, Schuster, Kim: Journal of Clinical Periodontology, 2006, Vol. 33, 90
5) Santigli et al.: Clinical Oral Investigations, 2016: Vol. 20, 2515-2528

Leitlinie Parodontitis – Weniger Diagnostik trotz steigender Antibiotikaresistenzen?

Was besagt die neue S3-Leitlinie1? Wie treffe ich als Zahnarzt eine verantwortungsvolle Therapieauswahl, die einerseits eine wirksame Behandlung ermöglicht und gleichzeitig den immer größeren Herausforderungen im Rahmen der steigenden Antibiotikaresistenzen gerecht wird?

 

Resistenzen gegenüber Antibiotika sind eine der größten Bedrohungen der globalen Gesundheit.

WHO im Jahr 2019

Herausforderung Antibiotikaresistenzen

Die zunehmenden Antibiotikaresistenzen stellen mittlerweile ein sehr ernstzunehmendes Problem dar. Weltweit sterben nach Schätzungen jährlich rund 700.000 Menschen an Infektionen, bei denen aufgrund von Resistenzen kein Antibiotikum mehr wirksam war.

Die alarmierenden Ausmaße der Antibiotikaresistenzen spiegeln sich dementsprechend auch darin wider, dass diese Anfang 2019 von der WHO als eine der 10 größten globalen Gesundheitsgefahren eingestuft wurden.

So warnte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Die Antibiotikaresistenz droht, 100 Jahre medizinischen Fortschritts zunichte zu machen.“ Eine Lösung dafür zu finden sei eine der dringendsten Herausforderungen im Gesundheitsbereich.

In vielen Ländern würden mehr als die Hälfte der Antibiotika falsch eingesetzt, so die WHO – und kritisiert damit auch Ärzte. Um das Resistenzproblem in den Griff zu bekommen, wurden Programme wie z. B. das „Antibiotic Stewardship“ aufgesetzt, die einen rationalen Antibiotikaeinsatz sicherstellen sollen.

Ein Kernelement dieser Programme ist, dass Antibiotika ausschließlich unter Berücksichtigung der folgenden Bedingungen verabreicht werden sollen2:

  • die richtige Indikation für den Antibiotikaeinsatz,
  • Auswahl des richtigen Antibiotikums mit Wirksamkeit gegenüber den in Frage kommenden Erregern mit möglichst schmalem Wirkungsspektrum und wenig Nebenwirkungen,
  • richtige Applikationsart, richtige Dosierung und richtige Therapiedauer, die so kurz wie möglich und so lang wie nötig sein sollte,
  • Vermeidung von Breitbandantibiotika oder Kombinationspräparaten

Die Verantwortung bleibt in der Zahnarztpraxis

Die neue Leitlinie empfiehlt als Therapie erster Wahl die Kombinationstherapie mit Amoxicillin und Metronidazol, obwohl es in den Erläuterungen zum Hintergrund der Entscheidungsfindung heißt, dass „keine evidenzbasierte Aussage zur eventuellen therapeutischen Überlegenheit eines spezifischen Antibiotikums oder einer spezifischen Antibiotikakombination“ gemacht werden kann.

Wenn keine der miteinander verglichenen Therapieformen eine signifikante therapeutische Überlegenheit besitzt, dann sollte – gemäß Antibiotic Stewardship – die Therapie mit dem schmalsten Wirkspektrum erste Wahl sein – und das wäre die Monotherapie mit Metronidazol, die in der Leitlinie als alternative Therapie genannt wird.

Dabei ist bekannt, dass die alleinige Therapie mit Metronidazol nicht gegenüber Pathogenen wie z.B. Aggregatibacter actinomycetemcomitans (A.a.) wirksam ist. Ist dieser Keim am Krankheitsgeschehen beteiligt, muss daher zur o.g. Kombinationstherapie mit zusätzlichem Amoxicillin gegriffen werden.

Diagnostik für eine gezielte Therapie

Die Entscheidung für eine gezielte Therapie mit dem schmalsten Wirkspektrum kann somit nur über den entsprechenden Erregernachweis erfolgen.

Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Aussage der Leitlinie, dass „die Auswahl keimspezifischer Antibiotika auf Basis von mikrobiologischen Testergebnissen nicht sinnvoll erscheint“ als fraglich. Neue Studien zur Vielfalt der mikrobiellen Zusammensetzung in parodontalen Taschen zeigen regelmäßig, dass sich bei schweren Parodontitiden insbesondere die bakteriellen Spezies vermehren, die Sokransky bereits in den 90er Jahren mit Parodontitis assoziierte – die Keime des orangen und roten Komplexes. Die fortgeschrittene Umwandlung des Biofilms lässt sich daher durch den zuverlässigen Nachweis der bekannten Marker-Pathogene inklusive A.a. effizient erkennen.

Die mikrobiologische Diagnostik erfüllt so die oben genannte Kernforderungen zur Resistenzvermeidung und ermöglicht dem Behandler und Patienten die optimale Therapie zur Bekämpfung der Infektion mit den geringsten Nebenwirkungen.

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts

Wie unverzichtbar die mikrobiologische Diagnostik ist, betonen auch die „Grundsätze der Antibiotikatherapie“ der „Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie“ (Kommission ART) am Robert Koch-Institut: „Die mikrobiologische Diagnostik hat einen hohen Stellenwert, da nur bei Kenntnis des ursächlichen Erregers die bestmögliche Therapie durchgeführt werden kann“, sowie: „Eine empirische Therapie mit Breitspektrumantibiotika oder mit Antibiotikakombinationen ist nur in wenigen klinischen Situationen angezeigt. Zu diesen gehören z.B. die Therapie von lebensbedrohlichen Infektionen oder die Behandlung von abwehrgeschwächten Patienten.“

1S3-Leitlinie: Adjuvante systemische Antibiotikagabe bei subgingivaler Instrumentierung im Rahmen der systematischen Parodontitistherapie, AWMF-Reg.Nr. 083-029, Stand: November 2018
2Abele-Horn et al., Bundesgesundheitsblatt 2018, 61: 572-579

WHO im Jahr 2019: Resistenzen gegenüber Antibiotika sind eine der größten Bedrohungen der globalen Gesundheit.

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